Förderung der ländlichen Räume jetzt wichtiger denn je

Pressemitteilung der BAG LAG vom 11.05.2020

Stadt und Land stehen derzeit vor großen Schwierigkeiten. Die Anstrengungen zur Bewältigung der Herausforderungen in den ländlichen Räumen, in denen mehr als die Hälfte der Deutschen leben, dürfen jetzt nicht nachlassen. „Im Gegenteil, die Corona-Pandemie zeigt, wie wichtig und wertvoll regionale Ansätze vor Ort sind, um außergewöhnlichen Krisensituationen begegnen zu können“, darauf weist die Bundesarbeitsgemeinschaft der LEADER-Aktionsgruppen (BAG LAG) nachdrücklich hin. „Die Unterstützung der ländlichen Räume durch die Europäische Union, aber auch die ergänzenden Ansätze, die in den letzten Jahren durch die Bundesregierung mit dem Bundesprogramm ländliche Entwicklung (BULE) aufgebaut wurden, erweisen sich in der aktuellen Situation als Aktivposten der Krisenbewältigung und sollten zügig erweitert und mit den dafür notwendigen Mitteln ausgestattet werden.“
Die immensen wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie treffen viele Bereiche. Der Ruf nach staatlicher Unterstützung ist entsprechend laut und vielfältig. Nicht immer stehen die Forderungen auch im Verhältnis zur Betroffenheit. Die Endlichkeit der öffentlichen Mittel braucht deshalb Besonnenheit und Augenmaß, umso mehr, wenn es um die Forderung nach einer Umschichtung von Fördermitteln geht. Dies gilt in besonderem Maße für die Förderung der ländlichen Räume durch die Europäische Union.
Der Europäische Landwirtschaftsfonds für die ländliche Entwicklung (ELER) stellt in Deutschland mit einem Volumen von rund 10 Milliarden Euro für die Förderphase 2014-2020 eine der wichtigsten Fördergrundlagen für ländliche Kommunen, kleine Unternehmen und zahlreiche ehrenamtliche Akteure in unseren Dörfern dar. Etwa 30% davon bilden die unverzichtbare Säule ländlicher Entwicklungsansätze. In zehntausenden LEADER-Projekten werden in mehr als 320 LEADER-Regionen bundesweit die soziale Infrastruktur, Tourismus, Kultur und kleinere Unternehmen in unzähligen Dörfern unterstützt. Vorrangiges Ziel der Projekte ist die Schaffung bzw. Sicherstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse und die Stärkung der Resilienz, der Widerstandskraft in schwierigen Situationen.
An vielen Orten wird derzeit sichtbar, wie wertvoll entsprechende Ansätze sind, zum Beispiel bei der Unterstützung von Nachbarschaftshilfen, die vielen alten Menschen Sicherheit und Perspektive geben. Auch die Unterstützung einer Nahversorgung der kurzen Wege, intelligente Ansätze für Onlineangebote von kleinen, lokalen Händlern oder die Förderung der Erzeugung regionaler Produkte haben sich in den aktuell schwierigeren Zeiten bewährt. Zur Bewältigung der Krise wird es von entscheidender Bedeutung sein, die unzähligen zivilgesellschaftlichen Akteure darin zu unterstützen, auch in Zukunft ihren wichtigen Beitrag für die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse leisten zu können.

Zugleich hat die jetzige Situation deutlich gemacht, welche Bedeutung eine flächendeckende digitale Infrastruktur in Zukunft haben wird. Diese Anstrengungen müssen verstärkt werden, um beispielsweise Kindern in Stadt und Land die gleichen Bildungschancen zu gewährleisten.
Gerade jetzt werden mehr finanzielle Mittel für die ländlichen Räume gebraucht, um die bedrohten Infrastrukturen zu sichern, aber auch um Einnahmeverluste im Kulturbereich und in dem für viele ländliche Räume besonders wichtigen touristischen Sektor aufzufangen und gleichzeitig neue kreative Ideen für regionale Versorgungsansätze und neue Beschäftigungs-möglichkeiten zu entwickeln und umzusetzen.
Das LEADER-Programm und das Regionalbudget des Bundes konnten bislang und können auch weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung dieser Akteure liefern. Der „Bottom-up“-Ansatz eignet sich in besonderer Weise zur zielgenauen Förderung, berücksichtigt die spezifischen regionalen Gegebenheiten und vermeidet ein ineffizientes „Gießkannenprinzip“.
Durch die Krise wird deutlich, wie wichtig die Unterstützung von modellhaften Lösungen in unseren Städten und Dörfern auf dem Land ist. Damit der Fonds für die ländlichen Räume und insbesondere der LEADER-Ansatz jetzt effektiv und zeitnah für die Bewältigung der negativen Auswirkungen der Corona-Krise genutzt werden können, bedarf es neben einer besseren Mittelausstattung zugleich eines deutlichen Abbaus bürokratischer Hürden, um die Gelder schnell und barrierefrei dort einsetzen zu können, wo sie am dringendsten benötigt werden. Der BAG LAG Vorsitzende, Dr. Hartmut Berndt, sagt dazu: „Die LEADER-Regionalmanagements und die Lokalen Aktionsgruppen sind gut darauf vorbereitet, die Menschen vor Ort bei der Umsetzung von Maßnahmen zu unterstützen. Die Gruppen brauchen jetzt allerdings ein Höchstmaß an Flexibilität auf allen Verwaltungsebenen, dann wird LEADER einen bedeutenden Beitrag zur Überwindung der Krise leisten. Für die Entwicklung zukunftsweisender Perspektiven in den ländlichen Räumen müssen aber auch entsprechende Mittel bereitgestellt werden.“

Stichtag verschoben – Wir machen weiter!

25.03.2020

In jedem Frühjahr gibt es einen Stichtag zur Einreichung von Projektideen zur Förderung über die LEADER-Region, jeweils den 1. April. In diesem Jahr haben uns die Ereignisse seit Ende Februar überholt, und die allermeisten denken vor allem daran, wie sie gut durch diese Zeit kommen.

Wir haben daher den Projektaufruf zeitlich in den April hinein ausgeweitet. Es besteht für Sie die Möglichkeit, die Ausgangbeschränkung zu nutzen, und uns bis zum 19. April Ihre Projektideen vorzustellen. Nutzen Sie dafür bitte wie immer unseren Projektsteckbrief.

Foto: Regionalmangager Michael Schmidt

Unsere Arbeit in der LEADER-Region geht natürlich auch unter den gegenwärtig besonderen Umständen weiter.

Wir sind davon überzeugt, dass es allen hilft, schon heute daran zu denken, wie es in der Zukunft weitergehen sollte. Sicherlich weiß heute niemand, wann und wie sich die Situation wieder normalisiert, es hilft uns allen nicht, die Köpfe in den Sand zu stecken und abzuwarten.

Als Ihr Regionalmanagement machen wir weiter. Das geht zwar im Moment nur so, indem wir Abstand zueinander halten und uns vorerst auf die digitale Kommunikation beschränken. Dennoch können wir uns über Ihre Projektideen austauschen, Pläne schmieden und Projektsteckbriefe entwerfen.

Ein Filmprojekt über das Leben an und mit der früheren Grenze

12.03.2020, Text und Foto: Maik Schulz, Gemeinde Hohe Börde

Junge Leute drehen Filme über Menschen und ihre Erfahrungen diesseits und jenseits der früheren innerdeutschen Grenze. Das will ein Projekt der Lokalen Aktionsgruppen (LAG) „Grünes Band im Landkreis Helmstedt“ (Niedersachsen) und „Flechtinger Höhenzug“ (Sachsen-Anhalt) ermöglichen. In Irxleben (Gemeinde Hohe Börde) haben Vertreter beider LAG eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Nun folgt ein Antrag auf Mittel der EU-Strategie „LEADER“ zur Förderung des ländlichen Raums.

Vertreter der Lokalen Aktionsgruppen „Grünes Band im Landkreis Helmstedt“ und „Flechtinger Höhenzug“ unterzeichneten die Kooperationsvereinbarung für das Projekt „Zwischen uns“.

Ausgangspunkt des angestrebten Projektes „Zwischen uns“ – Ein Familienprojekt über die Grenze“ waren Ideen des Vereins Grenzenlos e.V. gewesen, zu dem unter anderem die Stadt und der Landkreis Helmstedt und die Stiftung Gedenkstätten gehören, erklärte Henning Konrad Otto, der 1. Vorsitzende der LAG „Grünes Band im Landkreis Helmstedt“. Sein LEADER-Manager Michael Schmidt ergänzte: „Wir fragten uns: Was wissen junge Leute noch über die Zeit vor 30 Jahren? Daraus entstand die Idee: Junge Leute befragen mit Unterstützung von Medienprofis und Medienpädagogen Verwandte, Bekannte und andere Menschen, die persönliche Geschichten über die Zeit vor und während der Wende erzählen.“

Die beiden – noch zu bildenden – Drehteams (in jeder LAG ein Team) entwickeln gemeinsam einen Fragenkatalog über das frühere Leben an und mit der Grenze und filmen ihre dann folgenden Interviews. Die Interviews werden später zu einem Film zusammengeschnitten.

Ein weiteres Kamerateam begleitet die Interviewteams und nimmt deren Arbeit mit der Kamera aus der Außenperspektive auf.

„Das ist ein gutes Bildungsprojekt, bei dem sich viele Menschen begegnen und so Leben in den Dörfern – damals und heute – kenntlich gemacht wird“, unterstrich Steffi Trittel, die Bürgermeisterin der Gemeinde Hohe Börde und Vorsitzende der LAG Flechtinger Höhenzug. Das Projekt soll noch in diesem Jahr starten. „Das wäre ein schöner Abschluss der aktuellen LEADER-Förderperiode für unsere beiden LEADER-Aktionsgruppen“, ergänzte Hans Rudolf Thieme, der stellvertretende Vorsitzender der LAG „Grünes Band im Landkreis Helmstedt“

Filmprojekt von Matthew Wilson über Schöningen

Filmprojekt von Matthew Wilson über Schöningen

13.02.2020

Das Projekt „Geological evidence“ vom amerikanischer Künstler Matthew C. Wilson, zeigt eine beeindruckende Aufnahme rund um die archäologischen Ausgrabungen in Schöningen und passt damit sehr gut zum LEADER-Projekt „Wildnis wagen“.

Der Film greift die Gattungen von Science-Fiction und Dokumentarfilm auf und dreht sie komplett im Infrarotbereich. Die so gefilmte Landschaft sieht wie die eines anderen Planeten aus. Dabei geht es um die derzeitige Unsicherheit über die Zukunft des Menschen in Bezug auf
die Erde und den Klimawandel. Eine unklare und verstörende Beziehung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
„Geologische Beweise“ wurden in Schöningen in und um die archäologischen Ausgrabungen in Schöningen gedreht. In der Umgebung befinden sich auch das Tagebaubergwerk, ein Kohlekraftwerk und sein
Abwasserbecken sowie eine Weide mit Przewalsky Pferden. Diese sind verwandt mit den Pferden, welche in der Altsteinzeit Europas gejagt wurden.

Das Kunstprojekt wurde finanziert durch die Europäische Kommission / NEARCH

Weitere Informationen sowie die Kurzfassung des Films finden Sie hier:

Gesucht werden Familienteams: Neues Kooperationsprojekt „Zwischen uns“

17.01.2020

Ein neues LEADER-Projekt befasst sich mit der Geschichte des „Grünen Bandes“. Hintergrund ist das von Sachsen-Anhalt beschlossene „Grüne-Band-Gesetz zur Ausweisung des Grünen Bandes als Nationales Naturmonument“. Die Initiative zu dem Projekt „Zwischen uns“ kam aus der benachbarten Stadt Oebisfelde im Landkreis Börde.

Der Helmstedter Tagebau liegt zwischen den beiden Regionen (Foto: Amtshof Eicklingen)

Gesucht werden Familienteams – Jugendliche mit ihren Eltern, mit Opa und Oma, Onkel und Tanten, und vielleicht wollen die jüngeren Geschwister auch noch mitmachen. Wichtig ist, dass zumindest zwei Generationen in einem Team zusammenarbeiten.

Auf beiden Seiten der ehemaligen Grenze entsteht in zwei Workshops Material für einen gemeinsamen Film: Die Familienteams tauchen in die gelebte Geschichte ein, erarbeiten Themen von gemeinsamem Interesse und stellen aus verschiedenen Perspektiven Zusammenhänge zwischen Vergangenheit und Gegenwart her. Im Dialog der Generationen wird die Geschichte lebendig – und zugleich öffnen sich viele Fenster in die Zukunft. Das Thema Grenze(n) soll so aus ganz unterschiedlichen Perspektiven filmisch greifbar werden. Das Projekt soll im Jahr 2020 beantragt und umgesetzt werden.

Fachtagung SCHICHTwechsel – die Zukunft der Braunkohlereviere gestalten

Fachtagung SCHICHTwechsel – die Zukunft der Braunkohlereviere gestalten

In Kooperation mit der LEADER-Region „Grünes Band im Landkreis Helmstedt“ veranstaltete die Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche Räume am 17. und 18. September 2019 eine bundesweite Fachtagung zur Zukunftsgestaltung in den Braunkohlerevieren.

Etwa 60 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet sind dafür im Herzoginnensaal des Schöninger Schlosses zusammengekommen, um über verschiedene Themen des Strukturwandels zu disktutieren.

Neben verschiedenen Fachvorträgen war die Exkursion zum Forschungsmuseum Schöningen am Standort paläon sowie die Begehung des Tagebaus unter der Führung von Grabungsleiter Dr. Jordi Serangeli sowie Landesarchäologe Dr. Henning Haßmann (Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege) ein besonderes Highlight für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Am zweiten Veranstaltungstag wurde innerhalb mehrerer Arbeitsgruppen konkrete Projektideen weiter ausgearbeitet und vorgestellt.

Neue Radroute vernetzt Regionen

Thomas Kempernolte und sein Team von Elm-Freizeit haben mit seiner neuen Themen-Radroute „Elm-Börde F14 „- Auf zum Domschatz“ die drei Landkreise Helmstedt, Harz und Börde miteinander verbunden.

Vom Startpunkt Schöningen aus ist der Dom zu Halberstadt mit seinem Domschatz das Ziel dieser abwechslungsreichen und teilweise auch anstrengenden Tour in den Landkreis Harz. Neben den vielen Sehenswürdigkeiten, Kirchen und Klöstern, die an der Strecke liegen, sind mit der Sargstedter Warte und dem Heesebergturm auch zwei interessante Aussichtspunkte in den Tourverlauf eingebunden.

Weitere Informationen zu dieser und den weiteren Radrouten unter www.elm-freizeit.de

„E-Bike-Paradies“. Transferbesuch im Südburgenland (Österreich)

„E-Bike-Paradies“. Transferbesuch im Südburgenland (Österreich)

12.06.2019 – (Foto und Text: M. Specht)

Mit dem Ziel, die E-Bike Region „Harz.Braunschweig.Land Ostfalen.“ auszubauen, besuchten in der vergangenen Woche 28 Vertreter der LEADER-Regionen „Grünes Band im Landkreis Helmstedt“, „Westharz“ und „Osterode am Harz“, „Harz“, „Rund um den Huy“ und „Nordharz“ sowie die ILE-Region „Elm Schunter“ in einem transnationalen Kooperationsprojekt ihre Partnerregion, die LEADER-Region „Südburgenland Plus“. Als ländlich geprägter Raum, in Grenznähe mit intakter Natur, zeige die Provinzregion im Südosten Österreichs nicht nur topografisch bemerkenswerte Ähnlichkeiten mit den Vorharz-/Harz-Regionen, konstatierten die Gäste aus Deutschland.

Entsprechend groß war deren Interesse zu erleben, wie die österreichische LEADER-Region es geschafft hatte, ihr „Erlebnisparadies Südburgenland“ zu einer touristischen Erfolgsmarke mit stetig steigenden Gästezahlen auszubauen. Man habe früh das Potenzial des E-Bikes erkannt, blickte Martin Ochsenhofer, Geschäftsführer der Fox Tours GmbH und Mitbegründer des E-Pike Paradieses, zurück. Und in der Tat habe sich das E-Bike unterdessen vom „Rollator“ zur Hightech-Spaßmaschine entwickelt, schmunzelte er. Doch allein mit einem gut ausgeschilderten Wege- und Fahrradnetz, das im Südburgenland rund 500 Kilometer umfasse, sei es nicht getan, ergänzten Thomas Wachter, Obmann des Erlebnisparadieses Südburgenland, und sein Stellvertreter Gerald Ehrenhöfer. „Nicht nur die Landschaft und das Klima in unserer Region sind von besonderem Wert, sondern auch die vielen Betriebe mit Angeboten in den Bereichen Kulinarik, Wein, Gastronomie und Hotellerie, Sport und Kultur. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, diese Angebote als Erlebnisse unseren Gästen zugänglich zu machen. Unter anderem durch attraktive Genussrouten, die die Betriebe per E-Bike ansteuern.“

Wie dies konkret aussieht, erlebten die Teilnehmer vor Ort. Und so radelten sie bergauf, bergab zu „Aloisia´s Mehlspeiskuchl und Kaffee-stubn“, zur Stukitsmühle, wo Kürbisöl kalt gepresst wird, schauten in der Nudelmanufaktur Bischof oder beim Winzer Thom Wachter vorbei, der seine Weinprobe auf einer von LEADER finanzierten Aussichtsplattform inklusive Rundum-Blick abhielt – für die Gäste aus Deutschland ein einmaliges Erlebnis, wie sie betonten. Überhaupt zeigten diese sich von dem Engagement, der Herzlichkeit und der engen Zusammenarbeit der Akteure aus Österreich begeistert. Tatsächlich ließe sich einiges adaptieren, urteilten die Teilnehmer in einer Reflektionsrunde und begannen bereits in Österreich das eine oder andere mögliche Kooperationsprojekt untereinander zu entwickeln.

Wobei es nicht darum ging, etwas Neues zu erfinden, sondern das Potenzial des bereits Bestehenden auszuschöpfen, wie sie hervorhoben. Ein Ansatz, der LEADER-Regionalmanager Michael Schmidt besonders freute. „Was wir hier erleben, ist tatsächlich der Gedanke von LEADER in gelebter Form: Eine Region macht etwas Gutes und die anderen dürfen sich dies nicht nur anschauen, sondern sogar nachmachen.“ Miteinan-der statt gegeneinander, so das LEADER-Credo. Welche Ideen und bestehenden Konzepte sich die Österreicher gegebenenfalls übernehmen könnten, soll in einem Gegenbesuch im März 2020 ausge-lotet werden. Und natürlich, wie man das „E-Bike-Paradies Südburgenland“ mit dem künftigen „E-Bike-Paradies Harz.Braunschweig.Land Ostfalen.“ miteinander vernetzen könnte.

Einweihung Biohof Hansmann in Klein Twülpstedt

10. Dezember 2018

Die LEADER-Region „Grünes Band im Landkreis Helmstedt“ hat sich innerhalb ihres Regionalen Entwicklungskonzeptes (REK) unter anderem das Ziel gesetzt die Nahversorgungssituation in der Region durch den Ausbau von Dorfläden, neuen Dienstleistungen und innovativen Versorgungslösungen zu stärken.

Seit über einem Jahr unterstützt nun schon die Lokale Aktionsgruppe „Grünes Band im Landkreis Helmstedt“ daher eine junge Familie in Klein Twülpstedt bei der Umnutzung einer alten Hofanlage zu einem Bio-Erlebnishof mit Hofladen. Der BIOLAND-Hof Hansmann besteht aus drei Geschäftszweigen und umfasst 110 ha ökologischen Landbau zertifiziert nach BIOLAND-Richtlinien. Vorrangig angebaute Früchte sind Getreide, Ölpflanzen und Kartoffeln. Außerdem werden pro Jahr ca. 10 Bio-Schweine gehalten. Im Bio-Hofladen werden eigene Produkte vermarktet wie Fleisch, Wurst, Kartoffeln, Leinsaat und Zuckerrübensirup. Zudem gibt es einen Abo-Kistenlieferservice.

Die Projektträger haben für die Realisierung ihrer Maßnahme Fördermittel sowohl über die LEADER-Region als auch über die ZILE-Richtlinie erhalten. Als erster, wichtiger Teilabschnitt wurde am 07. Dezember  jetzt der neue Bio-Hofladen eingeweiht.

Landesweite LEADER-Delegation reist durch die LEADER-Region Grünes Band im Landkreis Helmstedt

19.11.2018

Foto: Amtshof Eicklingen

Die LEADER-Region Grünes Band im Landkreis Helmstedt war bei der LEADER-Landeskonferenz vom 15. bis 16.11.2018 die Gastgeberregion. Zwar fand die eigentliche Konferenz im Tagungshotel AVALON in Königslutter am Elm statt, jedoch führte eine Busexkursion die ca. 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Niedersachsen zu ausgewählten LEADER-Projekten.

Die erste Station war das Elmhaus, wo die Mitgereisten die einmalige Gelegenheit hatten bei der Einweihung des über LEADER geförderten Projektes „Waldelefant“ dabei zu sein. In Ihren Danksagungen wiesen die Redner allesamt auf die Besonderheit des Projektes und de Bedeutung für die touristische Entwicklung der Region hin. Neben dem Landesbeauftragten für die regionale Landesentwicklung, Matthias Wunderling-Weilbier, sprachen auch noch Landrat Gerhard Radeck sowie LAG-Vorsitzender und Bürgermeister Henry Bäsecke. Projektleiter und Stiftungsvorstand der Stiftung FUX, Hans-Christoph Buchholtz bedankte sich außerdem besonders bei seinem Team vom „Elmhaus“ aber auch bei allen anderen Unterstützern und Förderern. Waldelefant-Experte und Grabungsleiter Dr. Jordie Serangeli wies in seinem unterhaltsamen Kurzvortrag darauf hin, dass die vielen archäologischen Funde rund um Schöningen einen einmaligen Schatz darstellten, den es in dieser Form sonst nirgendwo auf der Welt gibt.

 

Foto: Amtshof Eicklingen

Die nächste Station auf der Exkursion war das paläon. Hier hatten die Besucher die Möglichkeit sich ein Bild vom LEADER-Projekt „Der Eiszeitzoo von Schöningen“ zu machen. Direkt daneben demonstrierte der hauseigene „Ice Age Warrior“ seinem Publikum wie man zu Zeiten des Waldelefanten Feuer machte. Parallel wurde eine Besuchergruppe durch Regionalmanager Michael Schmidt über das Kooperationsprojekt „Digging Deep“ informiert. Elm-Freizeit-Experte Thomas Kempernolte stelle das Projekt „Wandern im Naturpark Elm-Lappwald“ vor. Dorothea Nenneweitz informierte über das mittlerweile ebenfalls abgeschlossene Projekt „Ausbildung von GästeführerInnen“.