Kooperationsprojekt „Stender Code“

STENDER CODE – WO AUFKLÄRUNG AUF INNOVATION TRIFFT (21. Oktober 2026)

Gotthard Friedrich Stender (1714–1796), baltendeutscher Pfarrer, Sprachforscher und Aufklärer, gilt als Begründer der lettischen weltlichen Literatur und als einer der bedeutendsten Förderer der lettischen Sprache. In Helmstedt fertigte er für den Herzog von Braunschweig einen großen Globus an und bewies damit seine außerordentlichen Kenntnisse in Mathematik, Geografie und Mechanik. Die Jahre im Braunschweiger Raum stärkten seine Überzeugung, Wissen allgemein verständlich zu vermitteln und Bildung breiten Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen.

Wir möchten die Person Gotthard Friedrich Stender nicht nur als historische Person verstehen, sondern sein Denken als Code für eine Entwicklungsstrategie verstehen, die Kultur, Tourismus, Wirtschaft und europäische Zusammenarbeit miteinander verbindet und insbesondere dem Landkreis Helmstedt und den lettischen Partnerregionen ein zukunftsweisendes Profil geben kann.

Hierzu findet am 21. Oktober 2026 eine Konferenz in Helmstedt statt. Hierbei erwartet Sie ein spannendes Programm mit internationalen Gästen. Unsere Gäste aus Lettland sind dabei weit mehr als nur Vortragende oder Mitwirkende. Als herausragende Vertreterinnen und Vertreter ihrer Disziplinen bringen sie wertvolle Erfahrungen, fundiertes Wissen und kreative Impulse in die Veranstaltung ein. Ihre Beiträge bereichern den gemeinsamen Dialog, fördern Innovation und schaffen wichtige Anknüpfungspunkte für die nachhaltige Gestaltung zukünftiger Herausforderungen.

Bitte beachten Sie: Die Veranstaltung ist mehrsprachig (englisch und deutsch). Der Bibliothekssaal ist nicht barrierefrei erreichbar.

Wanderausstellung „Baltische Bildungseinrichtungen. Orte, Akteure und Konzepte“

Bildung war im Baltikum lange Zeit einer der wichtigsten Wege zum sozialen Aufstieg. Sie ermöglichte vielen Menschen bessere Berufs- und Lebensperspektiven und eröffnete Esten und Letten zunehmend Zugang zu verantwortungsvollen Positionen in Gesellschaft, Kultur und Politik.
Wer Bildung erlangte, konnte häufiger gesellschaftliche Grenzen überwinden, beruflich aufsteigen und mehr Einfluss gewinnen. So wurde Bildung nicht nur zum Schlüssel für den persönlichen Erfolg, sondern auch zu einer wichtigen Grundlage der nationalen Entwicklung Estlands und Lettlands.

Die Ausstellung wurde durch das Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (Oldenburg) in Zusammenarbeit mit dem Ostpreußischen Landesmuseum mit Deutschbaltischer Abteilung (Lüneburg) entwickelt. Sie ist vom 21.10. bis zum 25.10.2026 im Foyer des Julius-Bades Helmstedt (Stobenstraße 34, Helmstedt) zu sehen. Der Eintritt ist frei. Das barrierefreie Foyer ist während der Öffnungszeiten des Julius-Bades erreichbar.

Die offizielle Ausstellungseröffnung findet am 20. Oktober 2026 um 17 Uhr statt. Eine Anmeldung hierfür ist nicht erforderlich.

Hintergrund – Das LEADER-Kooperationsprojekt:

Gotthard Friedrich Stender lebte im 18. Jahrhundert und gilt als Begründer der lettischen säkularen Literatur und verfasste eine Grammatik und ein Lexikon der lettischen Sprache. Im Sinne der Volksaufklärung setzte er sich für die Alphabetisierung des „gemeinen Mannes“ ein. Dafür verfasste er ein bebildertes ABC-Buch und übersetzte Kirchenlieder, Märchen und Erzählungen aus dem Deutschen ins Lettische. 1759 wanderte er nach Helmstedt aus, wo er für den Herzog von Braunschweig einen Globus (3 Fuß im Durchmesser) anfertigte und darauf von diesem zum Rector der neuerrichteten Realschule in Königslutter 1760 berufen wurde. Jedem lettischen Schulkind ist der „Alte Stender“ ein Begriff. Das Werk des Universalgelehrten ist vielseitig – und wurde stark durch seine Zeit in Deutschland geprägt, wo er jedoch weitestgehend unbekannt ist.

Im Rahmen des Kooperationsprojekt sollen sich die beteiligten LAGn aus Lettland und Deutschland näher kennenlernen und in einen Wissenstransfer miteinander treten.
Im ersten Schritt ist eine Anbahnung zum Kooperationsprojekt geplant. In dieser Phase sollen sich die beteiligten Akteure der 4 Partnerregionen persönlich kennenlernen und gemeinsam die konkreten Maßnahmen entwickeln. Dafür ist zunächst ein Transferbesuch geplant. Eine Delegation der drei lettischen LAGn reist dabei im Januar 2026 in die LEADER-Region Grünes Band im LK Helmstedt. Hier steht das erste, persönliche Kennenlernen im Fokus und die lettischen Besucher haben die Möglichkeit Helmstedt ,als Wirkungsstätte von Stender, zu besichtigen. Erste Projektideen sollen gemeinsam erörtert werden. Sofern die Anbahnung erfolgreich verläuft, soll auf Grundlage der gesammelten Erfahrungen das eigentliche Kooperationsprojekt konzipiert werden.

Dies sind die drei Partnerregionen aus Lettland:

Projektträger:Stadt Helmstedt
Ort:Helmstedt
Handlungsfeld:HF3 – Kulturelles Erbe und Naturerbe
Förderprogramm:ELER / LEADER-Richtlinie
Jahr der Bewilligung:2025
Foto:privat
Video:Projektfilme anschauen

Impressionen des Transferbesuches im Januar 2026 in Helmstedt: